„Wir sind eine beständige Gemeinschaft“

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03.03.2026

Nicht stehenbleiben, sondern sich zum Wohl des Kindes weiterentwickeln: Das zeichnet die Kindertagesstätte Rappelkiste aus. Seit 25 Jahren ist die ursprüngliche reine Betriebs-Kita des Markus Krankenhauses ein Teil der BVZ-Familie.

Gudrun Schulz zeigt aus dem Fenster auf das Hochhaus, das auf dem Gelände des Agaplesion Markus Krankenhauses steht. „Bis 2012 war die Kita dort im vierten Stockwerk“, erzählt die Leiterin der Kita Rappelkiste, die genau auf der Grenze der Stadtteile Bockenheim und Ginnheim liegt: „Und wo sich heute die Kita befindet, war früher der Spielplatz“, sagt sie lachend. Und so wie die „Rappelkiste“ im Laufe der Jahre immer wieder auf dem Krankenhausgelände umzog, war sie auch in ihrer Arbeit mit und für die Kinder offen für Veränderungen und Neuerungen. So war die vom Agaplesion Markus Krankenhaus vor gut 40 Jahren gegründete Betriebs-Kita für Klinik-Angehörige ursprünglich in zwei Einrichtungen aufgesplittet: in eine Kinderkrippe und in einen Kindergarten. Das änderte sich, nachdem vor 25 Jahren die „Gesellschaft zur Förderung betrieblicher und betriebsnaher Kindereinrichtungen“, einer der BVZ-Trägervereine, die Trägerschaft übernahm. „In Kooperation mit dem Agaplesion Markus Krankenhaus wurde entschieden, beide Einrichtungen zusammenzulegen. Seitdem ist dies eine Betriebskindertagesstätte mit Stadtteilplätzen und betreut Kinder im Alter von einem bis sechs Jahre“, erklärt Gudrun Schulz, die seit 2014 die Kita leitet. Zuvor war die Sozialpädagogin im Schülerladen Rasselbande (heute Schülerladen Nordwest).

Vor allem hat sich im Laufe der Jahre die pädagogische Gruppenorganisation in der Rappelkiste geändert. „Anfangs hatten wir noch drei altersgemischte Gruppen: erst ab acht Wochen, später ab einem Jahr bis zur Einschulung“, so Gudrun. 2020 wurden aus den altersgemischten Gruppen (sechs Jahrgänge) erst eine Gruppe für die ältesten Kinder, den Vorschulkindern (zwei Jahrgänge) mit dem Schwerpunkt Bildungs- und Lernangebote und zwei altersgemischten Gruppen (vier Jahrgänge).

„Im Laufe der Zeit haben wir im Zuge einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Bildungs- und Erziehungsplan sowie den Themen Kinderschutz und Partizipation erkannt, dass dies schwer ist mit altersgemischten Gruppen umzusetzen, um den verschiedenen Altersgruppen gerecht zu werden. Wir erkannten, dass wir gerade auf die älteren Kinder mehr Rücksicht nehmen mussten. Wir zogen die Vorschulkinder raus, damit sie einen Tagesablauf haben, der sich mehr an ihren Bedürfnissen orientiert“, erläutert die Leiterin. 2023 folgte der nächste Schritt hin zu drei Gruppen mit je zwei Jahrgängen, damit alle gemäß ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten (Tagesablauf, Essenszeiten, Schlafen, Spielen, Lernen, Welt erforschen) ihren Tag in der Rappelkiste gestalten können. „So können die Kinder jetzt alle Räume im Haus nutzen. Die Jüngsten haben ihre Nestgruppe, wo sie sich sicher und geschützt fühlen und von dort aus die Welt erkunden und erforschen können. Und die mittleren und die älteren Kinder können täglich ihre Spielpartner, ihren Spielort aussuchen und sich an gruppenübergreifenden Aktionen beteiligen“, beschreibt Gudrun Schulz.

Sie schätzt die Offenheit, das Zugewandte und das Miteinander im Team. Die Bereitschaft, sich gemeinsam weiterzuentwickeln und das eigene Handeln zu reflektieren, ist Voraussetzung dafür, gemeinsam für die Kinder einen Ort zu gestalten, an dem sie bestmöglich heranwachsen, sich selbst und ihre Fähigkeiten entdecken und sich als Individuen begreifen können.

All das spiegelt sich in der Zusammensetzung des Teams, das kaum Fluktuation verzeichnet, freut sich die Leiterin: „Manche waren schon dabei, als die Rappelkiste noch im Hochhaus war. Trotzdem haben wir eine gute Mischung aus älteren, erfahrenen Mitarbeitenden und jüngeren.“ Aktuell besteht das Team aus dem Leitungsteam Gudrun Schulz und ihre Stellvertreterin Monika Miersch, acht Fachkräften, einer pädagogischen Zusatzkraft, einem Sozialassistenten, einer Fachkraft zur Mitarbeit, einer studentischen Zusatzkraft, Praktikant*innen und zwei Hauswirtschaftskräften. Auch einige Auszubildende sind nach Ende ihrer Ausbildung als Fachkräfte geblieben. „Wir sind eine beständige Gemeinschaft“, betont Gudrun Schulz.

Zudem zeichnet die Kita eine familiäre Atmosphäre aus: Das sei für viele Familien wichtig, da nach wie vor ein Großteil der Kinder der Nachwuchs der Krankenhausbeschäftigten sind und nicht so viele aus Bockenheim oder Ginnheim kommen. Gudrun Schulz sieht den Wert ihrer Arbeit und die des gesamten Teams auch in diesem Aspekt bestätigt: „Familien vertrauen uns ihre Geschwisterkinder und Nachzügler an. Und so langsam kommen die einstigen Kindergartenkinder als Schülerpraktikanten zurück in unsere Einrichtung. Dies ist auch eine schöne Rückmeldung für uns eine qualitativ gute pädagogische Arbeit umzusetzen und dabei die Bedürfnisse der Kinder und Familien im Blick zu haben.“  

Fotos: Sonja Thelen / BVZ