Kunstprojekt der Kita am Huthpark: „Vom Hölzchen aufs Stöckchen – die Entdeckung der Vielfalt in der Einfachheit“ – Eine Projektdokumentation

Aktuelles

17.01.2022

Vom Hölzchen aufs Stöckchen - die Entdeckung der Vielfalt in der Einfachheit

Die Kita am Huthpark ist die Betriebskindertagesstätte der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik und bietet insgesamt 45 Plätze; gut 75 Prozent aller Plätze sind für Kinder von Mitarbeiter*innen der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik vorgesehen. Die Kita liegt idyllisch im Park der BG-Unfallklinik, gleich neben dem Huthpark. Als Erzieherin der Kita am Huthpark absolvierte Yvonne Wilczek eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachexpert*in für KUNST & KREATIVITÄT im Arbeitszentrum Fort- und Weiterbildung (AFW) Pädagogische Akademie Elisabethenstift Darmstadt. In der praktischen Projektumsetzung unterstützte Irina Ekhart. Wie Yvonne Wilczek Kindern schöpferisches Handeln ermöglicht, zeigt uns ihre Projektdokumentation zum Thema „Vom Hölzchen aufs Stöckchen – die Entdeckung der Vielfalt in der Einfachheit“.

Wie ein Thema entlang der Interessen der Kinder entsteht

Es gibt einen großen und alten Baumbestand auf dem Gelände der Kita am Huthpark. Kaum ein Meter, auf dem nicht ein Stück Holz oder ein paar Stöcke unterschiedlichster Länge, Größe und Dicke zu finden sind. Die Kinder nutzen die Stöcke vielfältig und mit großer Freude. Sie sind gut zum Zeigen, um in der Erde zu malen, für eine Absperrung, zum Gassi gehen mit der Hundefreundin, als Linie zum Abspringen, um mit ihnen etwas zu bauen, um ein Bild zu legen oder auch manchmal um zu kämpfen. Man kann nahezu alles daraus machen. Die Faszination dieser einfachen Dinge und die Vielfalt der darin liegenden Möglichkeiten sollten Thema des Projektes sein.

Projektgruppen entstehen

Dieses gemeinsame Interesse der Kinder wurde aufgegriffen. Je nach Interesse fanden sich die Kinder in unterschiedlichen Projektgruppen zusammen. Möglichst viele Kinder sollten teilnehmen können.

Was denken die Kinder zum Projekt?

Einige Kinder berichteten, dass sie, wenn sie mit Stöcken spielen, diese mit Verboten assoziieren: Man darf nicht mit den Stöcken schlagen, niemanden stechen, nicht im Gesicht herumfuchteln, nicht damit rennen – umso wichtiger, den Stöcken wieder mehr positives Leben einzuhauchen!

Mit Kindern Ideen sammeln

Auf die Frage, was man denn mit Stöcken alles machen könne, sprudelten die Ideen der Kinder. Eine Ideensammlung entstand: In die Erde malen, Sammeln, Naturbilder legen, Bemalen, Umwickeln, Zauberstäbe, Konstruieren und Bauen, Geweihe und Kopfschmuck gestalten, Pinsel, Steckenpferde, Stockbrot – um nur einige der Ideen der Kinder zu nennen.

LandArt entsteht

Die Kinder sammelten bei einem Ausflug in den Huthpark alles, was ihnen auffiel oder gefiel, und begannen, mit ihren Funden ein Bild zu legen. Dabei gingen sie sehr sortiert vor und legten Gleiches zu Gleichem. Die Arbeiten von LandArt-Künstlern inspirierten die Kinder dabei.

Mit der Lust am Tun entwickelten die Kinder weitere Ideen. Ein Baum wurde geschmückt. Mit Stöcken bohrten sie Löcher in die abgefallenen Blätter und hängten sie wie Baumschmuck an die leeren Zweige. Es gefiel ihnen ausgesprochen gut, dass der Baum nun wieder etwas voller war.

Äste sammeln und bemalen – ein Gemeinschaftsstock entsteht

Bei einem weiteren Parkbesuch wurden Stöcke gesammelt. Zurück in der Kita wurden die zahlreichen Fundstücke noch einmal betrachtet, sortiert und besprochen. Bemalt, umwickelt und behängt, wurden die Stöcke zu Kunstwerken gestaltet. Ein spezieller Fund – ein sehr großer Ast – wurde zum Gemeinschaftswerk.

Konstruieren und bauen

Mit Heißklebepistolen, Draht und Wolle konstruierten die Kinder besondere Werke und Skulpturen. Einige Mädchen wollten Steckenpferde bauen. Manche der Jungs interessierten sich mehr für Geweihe und Kronen.

Zum Abschluss gibt es Stockbrot

Bei selbstgemachtem Stockbrot reflektierten die Kinder das Projekt und planten eine Ausstellung.

Eine Ausstellungswoche ermöglicht Eltern Einblick und Austausch

Die Eltern waren beeindruckt, wie intensiv ihre Kinder sich mit dem Thema beschäftigt hatten und was alles aus den einfachen Stöcken entstanden war.

Die Ausstellung wurde begeistert aufgenommen, da sie den Eltern ermöglichte, an den Entwicklungsprozessen ihrer Kinder teilzuhaben und einen Einblick in die Arbeit der Kita zu bekommen.

Und was haben die Kinder gelernt? Sie wurden zu schöpferischem Tun motiviert. Sie konnten sich selbstwirksam erleben, eine Menge Materialerfahrungen machen, miteinander Neues schaffen und ihre eigenen Ideen entwickeln. Und nicht zuletzt galt es, zur Ruhe zu kommen, im Moment zu sein und ein vertiefendes Gefühl von Muße und Entspannung zu entwickeln. „Diese Prozesse konstruktiv zu begleiten und dabei über künstlerische und kreative Angebote Anstoß für neue Lernerfahrungen zu geben, sehe ich als ein wichtiges Aufgabenfeld in meiner pädagogischen Arbeit“, so Yvonne Wilczek.

Autoren: Kita am Huthpark