Eine Unterwasser-Lese-Oase für die Riederfüchse
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Dank eines Projekts der Organisation Save the children verwandelte sich der ehemalige Raum für die Hausaufgabenbetreuung in der Kita Riederfüchse in einen Ort, der zum Schmökern einlädt. Die Kinder brachten sich mit ihren Ideen ein und packten tatkräftig mit an.
Die Wände sind aquablau gestrichen und glitzern leicht. Auf dem Boden liegt ein Teppich in der Form eines Fisches. Bunte Perlenketten erinnern an Seegras. In einer Ecke ist eine Hängematte montiert, in einer anderen steht ein gemütliches blaues Sofa. Eine kuschelige Unterwasserwelt haben Lujain (7) und die achtjährigen Zwillinge Zenaida und Zinedine aus der Kita Riederfüchse im Stadtteil Riederwald als Modell mit Hilfe eines Schuhkartons gestaltet. Ein Modell, aus dem jetzt Realität geworden ist. Mit einem großen bunten Fest haben Kinder, Mitarbeitende und Familien jetzt ihre neu gestaltete Unterwasser-Lese-Oase eröffnet. Möglich wurde das dank eines Projekts der Organisation Save the children.
„Im ehemaligen Raum für die Hausaufgabenbetreuung ist ein Ort entstanden, an den sich die Kinder zurückziehen und ungestört lesen können“, erläutert Corinna Lamb, die das Projekt in der Kita federführend organisiert und begleitet hat. Im Sommer 2025 erfuhr die Kita im Riederwald von dem auf drei Jahre ausgelegten Projekt „LeseOasen – Leseförderung in Ganztag und Hort“, für das sich bundesweit Einrichtungen bewerben konnten. So auch die Riederfüchse: Sie erhielten eine Förderung über 5000 Euro. Von dem Geld wurde der neu zu gestaltende Raum eingerichtet, Medien wie Bücher, Hörbücher, Tonie-Boxen, Kopfhörer und CD-Player sowie passende Abonnements angeschafft, zählt Corinna Lamb auf: „Wir wollen Lesen und Sprache zum Kind bringen. Und das möglichst niedrigschwellig. Denn viele unserer Kinder ist Deutsch nicht die Muttersprache.“ Ähnlich sieht das Johannes Freund, der bei Save the children das 2018 gestartete und von der Postbank geförderte Projekt leitet: „Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für erfolgreiche Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Doch die Chancen, dass Kinder erfolgreich lesen lernen, sind ungleich verteilt.“ Mit dem Projekt „wollen wir einen Beitrag leisten für mehr Chancengerechtigkeit“ und die außerunterrichtliche Leseförderung nachhaltig stärken.
An der Umsetzung konnten sich die Hortkinder aus der Kita Riederfüchse aktiv beteiligen. „Wir haben die Partizipation großgeschrieben: In der Kinderkonferenz stellten wir das Projekt vor. Alle waren begeistert und bereit, mitzumachen“, erklärt Corinna Lamb. So konnten sie ihre Ideen einbringen, wie der Raum künftig aussehen soll. Während der Herbstferien bastelten mehrere Gruppen aus Schuhkartons Modelle für die neue Lese-Oase. Sie schnitten, klebten, malten.
Es wurden in Miniaturformat Teppiche, Türen und Fenster ausgeschnitten, Lampen, Teppiche, Regale oder Hängematten gebastelt. Zum Abschluss wählten die Hortkinder aus dem Weltall-, Sonnenuntergangs- und Unterwasser-Modell ihren Favoriten und kürten die blaue Welt unter Wasser zum Sieger. Aber auch Elemente aus den beiden anderen Welten sind in dieser berücksichtigt. Zinedine, Zenaida und Lujain, die das siegreiche Modell gestaltet hatten, durften Corinna Lamb beim Bücher-Großeinkauf in der Buchhandlung „Happy“ im Nordend begleiten und sich die Drei jeweils ein Buch aussuchen. „Die anderen Modelle mit dem Weltall und Sonnenuntergang waren auch toll. Aber wir haben mit unserer Unterwasserwelt gewonnen, an der wir viel gearbeitet haben“, erzählt das Trio stolz.
Während der Osterferien richteten Team und Kinder ihre Unterwasserwelt final ein und feierten wenig später Eröffnung: mit Snacks in Form von Unterwassermotiven oder einer blauen Sponge-Bob-Torte. Auch hatten die Kinder eine Zeitstrahl-Fotocollage erstellt, in der jeder Schritt von der Idee einer Lese-Oase bis zur fertigen Schmökerwelt festgehalten war – erläutert von Zenaida. Gemeinsam mit Zinedine und Lujain durchschnitt sie schließlich das rote Band: Damit war die Lese-Oase offiziell eröffnet.
Begeistert von der Oase zeigten sich Armin Djamali und Katie Streng, beide von Save the children. So ist die Kita aus dem Riederwald von den 45 bundesweit aktuell am Projekt beteiligten Einrichtungen die erste, die ihre Lese-Oase fertig und eröffnet hat, berichtete Armin Djamali. Jetzt können sich die Hortkinder inmitten von fischförmigen Kissen und Teppichen zum Schmökern zurückziehen, aufs kuschelige Sofa fläzen oder in die lässige Hängematte, umgeben von blauen Wänden, einer blubbernden Lampe und bunten Perlenvorhängen. „Mit den Kindern hat es einen Riesenspaß gemacht, das alles umzusetzen“, sagt Corinna Lamb abschließend. Ebenso angetan ist sie von der Netzwerkarbeit mit anderen Einrichtungen, die ebenfalls am Projekt beteiligt sind. Denn Save the children begleitet die Kitas während der dreijährigen Projektlaufzeit, ermöglicht den Austausch und lädt zu gemeinsamen Treffen ein. Die Netzwerkarbeit ist ein wichtiger Bestandteil: „Unser Projekt soll keine Eintagsfliege sein, sondern sich nachhaltig in der Arbeit vor Ort wiederfinden“, erklärt Johannes Freund. Corinna Lamb stimmt zu: „Der Input ist großartig. Wir haben im Verhältnis zu dem, was wir bekommen haben, einen geringen Arbeitsaufwand gehabt.“
Fotos Buchhandlung Happy: © Sonja Thelen / BVZ
Restlichen Fotos: © BVZ-Kita Riederfüchse


